MEURER ARCHITEKTUR + STADTPLANUNG | Herriotstrasse – neue Meldung
Meurer, Meurer Architekten, Meurer Architektur + Stadtplanung, Prof. Dipl.-Ing. Thomas J. Meurer, Dipl.-Ing. Kristina Meurer, Architekten Frankfurt am Main
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Herriotstrasse – neue Meldung

Baugenehmigung für 227 Wohnungen erteilt

ABG sorgt für Dynamik in der BürostadtABG sorgt für Dynamik in der Bürostadt

Städtische Wohnungsbaugesellschaft investiert insgesamt 207 Millionen Euro in Niederrad. Die Wandlung der Bürostadt zum gemischten Wohnquartier gelingt besser, als Planungsdezernent Olaf Cunitz es sich erhoffte. Großen Anteil an der Entwicklung trägt die städtische ABG Holding, die gestern ihr viertes Bauvorhaben vorstellte. Zwischen den verglasten Gebäudekomplexen der Bürostadt kracht und dröhnt und hämmert es gewaltig, eine Baustelle reiht sich an die nächste. Die Umnutzung vom monofunktionalen Wirtschaftsgebiet zum gemischten Wohnquartier schreitet voran – und zwar schneller und in größerem Umfang, als Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) sich das erhoffte. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung trägt die städtische ABG Holding, die gestern in Cunitz’ Beisein ihr viertes Bauvorhaben in der Bürostadt vorstellte.

262 Wohnungen

In der Herriotstraße 5 baut die Wohnungsbaugesellschaft von Sommer 2016 bis zum Jahr 2018 um ein bestehen bleibendes Bürohaus sieben Wohnhäuser, wovon sechs achtgeschossig und eines sogar zwölfgeschossig werden soll. Für 67 Millionen Euro entstehen so auf dem rund 12 000 Quadratmeter großen Gelände 262 Wohnungen. 78 Wohnungen werden durch das Frankfurter Mittelstandsprogramm gefördert und laut ABG-Geschüftsführer Frank Junker für etwa 8,50 Euro pro Quadratmeter zu mieten sein. Die restlichen 70 Prozent werden etwa vier Euro teurer pro Quadratmeter. Junker betonte dabei: „Das sind alles keine Mikro-Apartments, sondern ganz normale Wohnungen für Sie und für mich, für Jung und für Alt.“ Insgesamt schaffe die ABG rund 700 Wohnungen im Quartier, wofür 207 Millionen Euro investiert würden. Der Co-Investor, die Projektgesellschaft Herriotstraße 5 GmbH, wird das Bestandsgebäude teilsanieren und Büros sowie ein Boardinghaus mit Apartments und eine Kita einrichten. „Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt dazu beiträgt, die richtige soziale Mischung für die Bürostadt hinzubekommen“, sagte Cunitz und lobte die ABG als „Vorreiter“ bei der Umwandlung des Viertels, schließlich baue die ABG nicht nur Wohnungen, sondern sorge auch für die nötige soziale Infrastruktur und Nahversorgung. Ein ABG-Bauvorhaben in der Lyoner Straße beinhaltet ebenfalls eine Kita, in der Hahnstraße sollen die Supermärkte und eine Drogerie einziehen.

Zögerlicher Beginn
Dass eine stark erweiterte Infrastruktur dringend nötig wird, belegen schon die geplanten Wohnungszahlen: „Ich würde mich nicht wundern, wenn wir hier bald bis zu 4000 Wohnungen hätten“, erklärte Cunitz: „Es ist eine große Dynamik spürbar.“ Als man 2012 die Umnutzung der Bürostadt zu planen begann, habe es „einige skeptische Stimmen“ gegeben, die von einem „ganz schweren Prozess“ sprachen und die Hälfte der avisierten 3000 Wohnungen für einen „großen Erfolg“ gehalten hätten. „Der Prozess lief dann auch zögerlich an“, so Cunitz weiter, bis die ABG ihr Engagement verstärkt hätte und eine Art Schneeballeffekt unter Hauseigentümern und Investoren hervorrief. Inzwischen sei die avisierte Zahl von 3000 Wohnungen sogar bereits um 150 überschritten – jedenfalls wenn man die 20 bekannten Projekte mit 700 bereits realisierten oder im Bau befindlichen Wohnungen sowie die 600 genehmigten,

450 kurz vor der Genehmigung stehenden und 1400 in der Bauberatung steckenden Wohnungen

zusammenrechne. „Es hat sich eine größere Gewichtung in Richtung Wohnungsbau oder Umnutzung

entwickelt. Daher ist es nicht unrealistisch, dass der eine oder andere Eigentümer jetzt noch sagt: ,Es lohnt sich gerade’“, so Cunitz. Dies, obwohl die Gebäudepreise seit der Finanzkrise, der auch das Platzen einer Marktblase im überhitzten Immobiliengeschäft vorausging, um zwei Drittel gesunken seien. Überhöhte Preise von vor zehn Jahren werden heute nicht mehr erzielt. Cunitz: „Wohngebäude

erscheinen hier inzwischen einträglicher als Bürogebäude.“ Dass das Viertel schon bald von Tausenden Zuzüglern belebt wird, erwartet der Planungsdezernent allerdings nicht: „Wir sprechen bestimmt noch über fünf Jahre, bis man abends Menschen auf der Straße schlendern sieht.“

 

Artikel vom 11.06.2015, 03:30 Uhr
http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/ABG-sorgt-fuer-Dynamik-in-der-Buerostadt;art675,1440467
© 2015 Frankfurter Neue Presse, Thorben Pehlemann
© Foto: Michael Faust